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2018 - Ein Rückblick auf die Achterbahnfahrt

Räucherwerk auf Kohle
Foto: Yvonne Reip

Dieses Jahr war irgendwie anders als die Jahre zuvor. Eigentlich ist nichts Wildes passiert, trotzdem hat sich einiges verändert. ICH habe einiges verändert. Und manches, auf das ich keinen Einfluss hatte, brachte alte Themen auf neue Weise hervor. War es ein gutes Jahr? Ich halte nicht mehr allzu viel von der Bewertung gut - schlecht. Ein Jahr dauert viel zu lange, als dass es nur gut oder nur schlecht sein könnte. Genauso wie Menschen viel zu vielschichtig sind, um nur schwarz oder weiß sein zu können. Ich mag es eh lieber bunt. Und Zeit ist relativ. Was zählt, ist der Moment. Dennoch ist es hin und wieder sinnvoll, zurückzublicken und zu resümieren. Es ist wichtig, sich seine Entwicklung bewusst zu machen, wo man gestartet ist und mit welchem Werkzeug, was man erreicht und gelernt hat, welche Wege aus dem Nebel erschienen sind.

Körperliche Gesundheit

Mit Bezug auf meinen ersten Artikel diesen Jahres stelle ich fest, dass es meinem Rücken dank Yoga das ganze Jahr über recht gut ging. Aber einmal alle 12 Monate muss es halt sein - die 9 Termine beim Physio. Diesmal wegen Nacken, Schulter und Brustbein. Ich weiß echt nicht, was ich nachts mache, dass ich am Morgen so verspannt aufwache. An meinem Tempurkopfkissen kann es nicht liegen. Das ist endlich mal ein Kopfkissen, das mich vernünftig stützt. Ich glaube, ich könnte auf Wölkchen schlafen, ich würde mich trotzdem verkrampfen. Mit Yoga habe ich jedoch eine Möglichkeit gefunden, meine Muskeln zu stärken und allgemein zu entspannen, mich mehr zu zentrieren und mein Gleichgewicht wieder herzustellen. Ich stelle eine Verbesserung meines Körpergefühls und meiner Haltung fest.

Fluppe adé!

Wo ich gerade schon dabei war, etwas für meine körperliche Gesundheit zu tun, dachte ich mir, wäre es endlich an der Zeit, das Rauchen aufzugeben. Ich hätte nie gedacht, dass ich das nochmal schaffen würde. Auch wenn ich keine starke Raucherin war, so habe ich doch immer gerne geraucht, was Nichtraucher jetzt bestimmt absolut nicht nachvollziehen können. Zunächst bin ich deshalb aufs Dampfen umgestiegen, um mir die Entwöhnung zu erleichtern und nicht auf das Dampfablassen verzichten zu müssen. Andere Gründe fürs Rauchen habe ich erst vor kurzem hier veröffentlicht. Als dann die Schmerzen am Brustbein begannen und mein Asthma wieder schlimmer wurde, hatte ich schon Sorge, meine Lunge könne doch Schaden genommen haben. Ein Röntgenbild ergab jedoch zum Glück nichts. Die Schmerzen sind muskulärer Natur und zum Teil wegen der Feinstauballergie. Im Allgemeinen hat sich mein Asthma aber deutlich verbessert. Ich huste nicht mehr und wache nachts nicht röchelnd auf. Den Asthmaspray brauche ich nicht mehr einmal pro Tag bzw. Nacht. Das erschwerte Atmen, das mich derzeit plagt, liegt wirklich nur an der verspannten Muskulatur und wird mit nachlassenden Schmerzen besser. Das Dampfen habe ich mittlerweile auch eingestellt. Ich nutze es nur noch gelegentlich wie andere Shisha rauchen. Ohne Nikotin.

Sommer- statt Frühlingsdepression

Da war ich so froh, einen guten Frühling verbracht zu haben - und dann kam der Sommer. Laut und grell. Und ich glaube nicht, dass das nur am Wetter lag! Ja, es war heiß und trocken. Aber das war nicht das Problem. Mir war es in unserem Dorf zu laut. Fete hier, Kirmes da, Gartengeräte und zur abschließenden Krönung eine Baustelle schräg gegenüber. Ich war maximal gestresst, was in die eine oder andere Panikattacke mündete. Toll. Endlich nochmal ne neue Diagnose! Aber die war ja gar nicht so neu, wie ihr hier nachlesen könnt. Im letzten Gespräch mit meinem Psychodoc kamen wir zu der Erkenntnis, dass der plötzliche Tod eines Stallkollegen im Frühsommer meine alten Verlustängste getriggert hat. Anders lassen sich der bescheidene Sommer und meine erhöhte Reizempfindlichkeit nicht erklären. Denn eigentlich ist das meine beste Zeit im Jahr. Und ich fand es echt unfair, dem jährlichen Tief nicht entkommen zu sein. Als hätte es sich gesagt: Du willst mich im Frühling nicht? Komm ich halt eine Saison später. Orrr… Mit dem Herbst stellte sich langsam Entspannung ein. Da ich nun weiß, welche inneren Baustellen nach Bearbeitung verlangen, kann ich mit den äußeren gelassener umgehen.

Dare to be mad wird erwachsen

Ebenfalls im Frühsommer entschied ich mich nach langem Hin und Her wegen der (gar nicht so) neuen Datenschutzerklärung, den Blog auf eine eigene Domain umzuziehen. Gut, das ist hier ein idiotensicheres Baukastensystem, manches von Blogger vermisse ich, alle haben WordPress empfohlen... Scheiß drauf! Es funktioniert. Ich scheue nicht unbedingt die Technik, aber ich möchte nicht länger am Laptop sitzen, als es für meinen Rücken gut ist. Ich denke nämlich, dass ich mir die Muskulatur am Brustbein durch das überkonzentrierte Aufbauen der Webseite meines Mannes eingeklemmt habe. Näheres dazu später.

 

Eine eigene Domain wirkt professioneller. Und das merke ich. Plötzlich wird man im Netz auf meinen Blog aufmerksam. Keine großen Sachen, aber eine Artikelempfehlung hier, eine Auszeichnung da... Moment!

Top Blog 2018

Das ist ja nun doch schon eine größere Sache. Mein Blog wurde ausgezeichnet! Nach 5 Jahren Geschreibsel. Endlich nimmt jemand Notiz davon! Ein heimlicher Wunsch ging in Erfüllung. Und es ist gerade für mich wichtig, das in aller Deutlichkeit zu sagen: Ich empfinde Stolz! Für jemanden, der doch nur zu Hause rumsitzt und sich auf Kosten des Staates - ach, was sag ich - auf Kosten der steuerzahlenden Mitbürger ausruht, ist dies die Bestätigung, dass es zählt, was ich tue, auch wenn ich damit kein Geld verdiene. Ich trage trotzdem etwas zur Gesellschaft bei. Und mal ganz ehrlich: Als ich noch gearbeitet hab, saß ich doch auch nur am PC. Nur halt woanders. Und bekam Geld dafür. Für etwas, von dem ich mich fragte, wozu das gut sein soll. Was ich jetzt tue, wird zwar nicht finanziell entlohnt, fühlt sich aber deutlich sinnvoller an. Und besonders wichtig: es macht viel mehr Spaß!

Mein Buch verkauft sich immer noch

Am 16. November hatte ich 13 Monate nach der Veröffentlichung 146 Bücher verkauft. Das waren im Schnitt 11 Bücher pro Monat. Als Selfpublisher ohne aggressives Marketing gar nicht so schlecht. Mittlerweile sind es wieder ein paar mehr. 22, um genau zu sein. Dass mein Buch ein Weihnachtsgeschenk sein könnte, daran hatte ich wirklich nicht gedacht... Und ab und zu schreiben mir Menschen, wie sehr ihnen mein Buch geholfen hat, sich oder Angehörige besser zu verstehen, und bedanken sich bei mir. Dafür bin ICH wiederum dankbar. Es tut mir auch immer irgendwie leid, wenn mir jemand schreibt, dass er nachempfinden kann, was ich da geschrieben habe, oder sich darin wiedererkennt. Denn das wünsche ich niemandem. Aber wenn dadurch das Gefühl entsteht, mit dieser Krankheit nicht allein und auch nicht bekloppt sondern eben krank zu sein, wenn Menschen Mut fassen, dass es möglich ist, trotz Depression ein schönes Leben und / oder eine funktionierende Beziehung führen zu können, dann ist das wunderbar! Dann habe ich mein Ziel erreicht.

 

Im Januar hatte ich schon davon gesprochen, dass ich gerne ein zweites Buch schreiben möchte. Dieser Wunsch ist auch immer noch da, aber das zweite ist oft noch schwieriger als das erste. Ich habe noch keine konkrete Idee.

Wenn der Partner sich weiter entwickelt

entsteht dezenter Druck. Mein Mann startete im Oktober seine nebenberufliche Selbständigkeit. Er macht das, was ich so gerne kritisiere: Coaching. Aber erstens hat er dafür Talent, kennt seine Grenzen und weiß, wann er an einen Therapeuten verweisen muss. Und zweitens macht er noch andere Sachen, nämlich Akupressur bei Pferden, Reiki bei Menschen, schamanische Hochzeitszeremonien... Ja, wir sind beide spirituell unterwegs und machen gemeinsam eine schamanische Ausbildung. Jetzt ist es raus. Wir sind sogenannte Neuheiden und feiern alte Bräuche nach keltischer Tradition. Ich rede äußerst selten darüber, weil ich weiß, wie Menschen, die so gar nichts damit anfangen können, darauf reagieren. Und weil ich selbst immer noch skeptisch geblieben bin und mir Bodenständigkeit sehr wichtig ist nach allem, was ich erlebt habe. Dieser Weg hilft mir, mich mit alten Wunden Religion und Spiritualität betreffend auszusöhnen. Und es ist eine sehr persönliche Sache, die niemanden etwas angeht. Aber es ist auch schön, wenn man es mit Menschen teilen kann.

 

Ich habe meinen Mann tatkräftig unterstützt, ihm Mut gemacht und die Webseite gestaltet, für die ich viel Lob bekommen habe. Mit demselben Baukastensystem und im Prinzip echt kein großes Ding. Und doch habe ich mir viele selbst gestaltete Seiten angesehen... Man braucht durchaus ein Auge für Layout und Farben. Ich bin weder Designer noch Grafiker, und man hätte es bestimmt noch besser machen können. Aber wenn Menschen mir rückmelden, dass sie die Seite sehr ansprechend finden und mich fragen, wo ich die tollen Fotos herhabe (selbst geschossen)… dann platze ich schon ein bisschen vor Stolz. Außerdem muss man auch ein bisschen Ahnung von SEO haben. Sekunde... ich lache gerade herzlich über mich selbst. Als wüsste ich über SEO bescheid! Aber zum Glück kann man ja alles googeln. Die schönste Webseite nutzt aber nix, wenn Google sie nicht findet.

 

Eigentlich wollten wir das richtig professionell machen lassen und viel Geld dafür bezahlen. Das kam aber irgendwie nicht zustande. Jetzt sind wir ganz froh darüber. Es hat mir wirklich Spaß gemacht, auch wenn ich darüber leider meine Körperhaltung vergessen und stundenlang wie der letzte verkrüppelte Zombie auf diesem unmöglichen Küchenstuhl vorm Bildschirm gehangen habe. Kurz darauf fingen die Brustbeinschmerzen an.

 

Jedenfalls flog bei mir der nächste Fassdeckel hoch: Und ich sitze immer noch zu Hause und verdiene kein eigenes Geld! Bis auf das bisschen von meinem Buch. Dieses Thema ist latent natürlich immer präsent, aber jetzt wurde es nochmal lauter. Also sah ich mir Coachingvideos an und informierte mich über Verdienstmöglichkeiten mit Blog und so weiter. Zack, Halswirbel raus. Und damit wären wir auch schon in der Gegenwart.

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, erscheint seit ungefähr einem Monat jeden Montag ein neuer Artikel. Das ist etwas, was ich mir immer wieder mal vorgenommen hatte: regelmäßig schreiben, einen Artikel pro Woche. Bisher funktioniert es ganz gut, und ich bin wild entschlossen, das beizubehalten. Ich habe oft Angst, dass mir kein Thema einfällt, weshalb ich bisher immer nur schrieb, wenn mich gerade etwas beschäftigte. Mir ist Qualität wichtig. Lieber nichts schreiben als hohlen Blödsinn. Andererseits stelle ich fest, dass meine Kreativität durch die regelmäßige Praxis angeregt wird. Nun denn. Ich will mir keinen allzu großen Druck damit machen.

 

Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, ist, dass ich dieses Jahr die erste Schallmauer durchbrochen habe. Ich irre nun schon seit 40 Jahren auf diesem Planeten umher. Ich bin ja immer noch der Meinung, mich in der Inkarnation geirrt zu haben... Scherz.

 

Ich wünsche euch, dass ihr die Feiertage so verbringen könnt, wie es euch gut tut, dass eure schwarzen Hunde die Goschen halten und dass eure Wünsche in Erfüllung gehen. Wir befinden uns seit dem 21. Dezember in den Rauhnächten. In dieser Zeit hört das Universum besonders gut zu. Und falls euch das nichts sagt, dürft ihr euch trotzdem einfach was wünschen. ;-)

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Kommentare: 1
  • #1

    Torsten (Dienstag, 25 Dezember 2018 14:33)

    Ach, ich freu mich einfach mal mit... Und schamanische Ausbildung und Arbeit ist fein passend, cool...