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Frühlingsdepression Teil 4 - Es funktioniert!

Foto: Yvonne Reip
Foto: Yvonne Reip

Spoiler vorweg: Ich bin noch nie so gut durch den Frühling gekommen wie dieses Jahr. Abgesehen von der Erkältung, die mich eine Woche lang gebremst hat und auf die ein paar Tage Frühlingsblues folgten, scheint mein Supplement-Programm zu wirken.

Diesmal habe ich mich konsequent an den Plan gehalten und rechtzeitig mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln begonnen. Also ungefähr im Dezember. Da es mich genervt hat, so viele Pillen zu schlucken, konnte ich zumindest für die Vitamine D3 und K2 auf Tropfen umsteigen. Beide Vitamine sollte man zusammen nehmen, da sie sich in der Wirkung gegenseitig unterstützen. Ich wollte das mal ausprobieren, obwohl ich zuerst befürchtete, am Ende irgendwie alles nehmen zu müssen. Schließlich wirken alle Nährstoffe gemeinsam im Körper. Doch scheint es in diesem Fall Sinn zu machen. Von den D3 Tabletten, die ich letztes Jahr genommen habe, spürte ich nicht wirklich etwas. Dieses Frühjahr hatte ich tatsächlich mehr Energie.

Das Vitamin B12 nehme ich in Form von Lutschtabletten alle 2 Tage, weil ich kein Fleisch esse.

Auch Magnesium kann im Falle eines Mangels zu depressiver Verstimmung führen. Da ich hashimotobedingt oft mit Muskelverspannungen und Schmerzen zu tun habe, nehme ich es kurweise in Form von Glycinat und Malat. Magnesiumglycinat ist an die Aminosäure Glycin gebunden, welche die Schleimhäute der Verdauungsorgane schützt und für eine hohe Resorption sorgt. Somit ist dieses Magnesium am besten verträglich und wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem, wo es für Entspannung und einen guten Schlaf sorgt. Malate sind Apfelsäuresalze, die in der Verbindung mit Magnesium gut vom Körper aufgespalten werden können, sich gegenseitig in der Wirkung unterstützen und für die Energieversorgung der Zellen zuständig sind. Magnesiummalat wird bei Erschöpfung und Schmerzen (auch bei Fibromyalgie) empfohlen. Somit verhilft mir das Magnesium-Glycinat-Malat zu einem erholsameren Schlaf (was ich bestätigen kann), aktiviert die Energie und lindert Muskelschmerzen. Ich bin zwar nicht völlig schmerzfrei, aber es war schon deutlich schlimmer. Das Yoga, das ich seit Anfang des Jahres mache, trägt sicher auch seinen Teil dazu bei.

Auf Zink bin ich erst später gekommen, weil ich gelesen habe, dass Menschen mit einer psychischen Krankheit mehr davon brauchen (ebenso von Vit B12 und Magnesium). Da ich ohnehin mit Hautproblemen kämpfte, die ich erfolglos mit Zinksalbe zu behandeln versuchte, dachte ich mir, dass es vielleicht besser sei, es in Form von Tabletten zu schlucken. Zink ist an sehr vielen körperlichen Prozessen beteiligt. Es ist wichtig für das Immunsystem und die Energieproduktion, unterstützt die Wundheilung, wird zur Bildung von Schilddrüsen- und Sexualhormonen benötigt und fördert den Muskelaufbau. Außerdem lindert es Entzündungen. Der Körper kann Zink nicht selber bilden und ist deshalb auf die Zufuhr von außen angewiesen. Gesunde Menschen müssen es wohl nicht unbedingt supplementieren. Da ich aber Hashimoto habe, halte ich es für eine gute Idee, zumal es Menschen mit einer chronischen autoimmunen Krankheit sowie Vegetariern empfohlen wird. Oh, und ganz vergessen: Zink lindert auch Allergien und Asthma! Tatsächlich sind meine Symptome besser geworden, auch wenn der endlich einsetzende Frühling diese Freude im Moment wieder ein wenig trübt. Keine Ahnung, was gerade durch die Luft fliegt.

Obwohl der Januar und der Februar eine schwere Zeit für Depressive waren, was auch ich zu spüren bekam, muss ich dennoch sagen, dass es mir dieses Jahr deutlich besser ging. Es gab zwischen den kleinen Tiefs immer wieder Tage, an denen sich meine Energie zeigte. Selbst die Zeitumstellung ging nahezu unbemerkt an mir vorbei. Normalerweise laufe ich danach eine Woche lang meinem Biorhythmus hinterher. Nur die wetterbedingte Frühjahrsmüdigkeit ließ sich nicht ganz verscheuchen. Ebenso wenig wie dieses merkwürdige Gefühl, wenn sich die Lichtverhältnisse ändern. Mein Psychiater hatte mir einmal erklärt, dass dies den Hormonhaushalt beeinflusse und es deshalb zu saisonalen Depressionen kommen könne. Den einen fällt es im Herbst schwerer, den anderen im Frühling. Es ist nicht nur, dass es länger hell ist. Dadurch dass die Sonne höher steigt, fällt das Licht anders ins Haus. Ich kann es gar nicht erklären. Es sollte mir doch eigentlich egal sein. Und doch löst es in mir eine Art Unbehagen aus, obwohl ich mich über die Rückkehr der Sonne freue. Aber diesmal dauerte dieser Lichtkoller nur wenige Tage statt mehrere Wochen.

Was mir nun genau geholfen hat, kann ich nicht sagen. Ob es ein bestimmtes Präparat war oder die Kombination von allen. Jedenfalls bin ich sehr zufrieden mit dem diesjährigen Frühling.


Edit: Ich habe noch ein paar Dinge vergessen. Erstens die atypische Blasenentzündung, die der Erkältung vorausging, sich aber ebenso mysteriös wieder in Luft aufgelöst hat. Zweitens geht es meiner Schilddrüse immer noch gut. Ich hatte kurz Herzrasen, woraufhin ich die Thyroxindosis um 6,25mcg runterschraubte. Ende. Drittens: Bei Hashimoto wird auch Selen empfohlen. Vor Jahren habe ich mal Tabletten genommen, von denen ich nichts gespürt habe. Um nicht noch ein Präparat mehr einnehmen zu müssen, führe ich mir Selen über Paranüsse zu. Eine Nuss enthält ungefähr 50mcg Selen. Der menschliche Körper braucht 55mcg davon am Tag. Es reichen also 1-2 Paranüsse am Tag. Selen kann man übrigens überdosieren. Also nicht übertreiben!

Diese Informationen stellen keine medizinische Beratung dar und können einen ärztlichen Rat nicht ersetzen.

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