Artikel mit dem Tag "Umgang mit depressiven Menschen"



2016 · 14. November 2016
von meinem Mann Jochen Einige Menschen fragen mich, wie ich es mit jemandem aushalte, der depressiv ist. Ich habe mir ehrlich gesagt auch sehr oft diese Frage gestellt und sehr lange nach einer Antwort gesucht. Ich denke, dass es nicht so einfach ist, direkt darauf zu antworten. Es hat etwas mit Liebe zu tun, aber auch Liebe kann nicht alles retten. Selbstreflektion ist auch wichtig, Selbstkritik und die Tatsache, dass man es nicht alleine schaffen kann. Die Gefahr, wenn man mit einem...
2015 · 03. August 2015
Punkt 2 in meinem letzten Post - "Man möchte halt für seine Freunde da sein." - bedarf noch einer weiteren Ausführung. Wie ich bereits schrieb, entmündigt das den Depressiven und macht ihn klein. Aggressive Helfer treiben ihren Schützling in eine Abhängigkeit. Es gibt Menschen, die auf diese Art ihre narzisstischen Bedürfnisse stillen. Sie werden gebraucht, als unentbehrlicher Retter angehimmelt und von den Mitmenschen für den selbstgebastelten Heiligenschein gelobt und bewundert....

2015 · 02. August 2015
Neulich lief ich im Supermarkt einer langjährigen Freundin in die Arme, von der ich mich seit meinem ersten Klinikaufenthalt zurückgezogen habe. Ich fühlte mich in ihrer Gegenwart nicht mehr wohl, traf mich nur aus Pflichtgefühl mit ihr und empfand die gemeinsame Zeit als sehr anstrengend. Parallelen mit meiner Mutter blieben da nicht aus. Abgesehen von anderen Gründen nervte es mich, wie sie an mir zog und sich mir aufdrängte. Wir redeten eher aneinander vorbei, weil sie mir nicht...
2015 · 08. Juli 2015
Aufrufe für mehr Toleranz sind allgegenwärtig. Die gleichgeschlechtliche Ehe, Fremdenfreundlichkeit, Integration (oder sogar Inklusion) von Menschen mit Behinderung. Tierschutzaktivisten fordern mehr Achtung unseren Mitgeschöpfen gegenüber. Alles schön und gut. Was ist mit psychisch kranken Menschen? Ja, es gibt Berichte im Fernsehen über Depressionen und Burn Out. Aufklärungsversuche, Menschen, die ihre Schicksale schildern. Ein netter Anfang. Und im Alltag? Der Ausdruck "psychisch...

2013 · 11. Oktober 2013
Wenn in einer Partnerschaft einer von beiden an Depressionen erkrankt ist, bedeutet das eine Zerreißprobe für die Beziehung. Je nach Schweregrad und Dauer des Verlaufs wird die Belastung manchmal unerträglich. Deshalb finde ich es total wichtig, dass es Anlaufstellen für Angehörige Depressiver gibt, wo sie darüber beraten werden, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Aufklärung über das Krankheitsbild ist dabei ein unverzichtbarer Teil. Eine gute Dosierung von Unterstützung und...
2013 · 27. September 2013
So singt es Annett Louisan. Tatsächlich ertappe ich mich regelmäßig dabei, wie ich zu jeder vorgeschlagenen Lösung ein Aber erfinde. Als wolle ich deutlich machen, dass mein Problem wirklich und absolut unlösbar und damit ganz schlimm sei. Ich denke, dem liegen drei Phänomene zugrunde. Erstens: Wenn ich von einem Problem erzähle, das mich sehr belastet, möchte ich in erster Linie, dass mein Gegenüber mir zuhört - nicht nur mit den Ohren, sondern auch und vor allem mit dem Herzen. Ich...

2013 · 17. September 2013
Nichtdepressive Menschen können so gar nicht nachvollziehen, wie es ist, in einem depressiven Loch festzustecken. Das gönne ich ihnen! Leider neigt der Großteil der Menschheit dazu, alles, was in irgendeiner Form traurig, unangenehm oder aufwühlend ist, mit hilflosen Floskeln vom Tisch zu wischen. Es soll bitte alles ganz schnell wieder gut sein. Meine persönlichen Top 5 der hilflosesten Ratschläge für Depressive: 5. Liegt bestimmt nur am Wetter! In der Tat machen graue Wolken es nicht...